Kinderlied

Kann man Musik fotografieren?
Ich weiß es nicht.

Drei Enten stehen ruhig im flachen Wasser, ihre Spiegelungen sind klar zu sehen.
Drei Mal dasselbe. Wie eine erste Zeile, die sich einprägt

Aber manchmal ordnen sich Motive wie Töne aneinander.

Blick über den Linteler See mit ruhigem Wasser, Bäumen am Ufer und bewölktem Himmel.
Ein Atemzug. Raum zwischen zwei Strophen.

Und für einen Moment fühlt es sich an wie ein Kinderlied.

Eine Ente taucht kopfüber im Wasser, nur der Körper und die Füße sind sichtbar.
Und dann der Refrain: immer gleich, und doch nie identisch.

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5 Gedanken zu „Kinderlied“

  1. Das ist eine interessante Frage, ob man Musik fotografieren kann. Ich glaube, direkt nicht. Indirekt könnte man die Wirkung von Schallwellen fotografieren, z.B. de Vibration einer Membran in Lautsprechern. Oder die Wirkung von Musik, die sich in Gesichtern zeigt, wenn Menschen Musik hören oder singen. Was Du mit Deinen Fotos machst, ist etwas anderes, würde ich sagen, nämlich Fotos arrangieren wie eine musikalische Kompostion: der Akkord (die Enten), die Pause (die Landschaft), das Rezitieren (die Ente, die immer wieder gründelt). Das ist eigentlich viel cooler, als Musik zu fotografieren. Oder anders formuliert: Die Übetragung von Kompositionsstrukturen in der Musik eröffnet neue fotografische Perspektiven. Erst waren es nur drei Enten, sie jeder gewöhnlich oft. Aber als Akkord gedacht – da ist neu!

    1. Der Gedanke mit dem Akkord, der Pause und der Wiederholung trifft sehr genau, was ich beim Ordnen der Bilder empfunden habe.
      Manchmal entsteht Neues, wenn man Vertrautes in einer anderen Sprache liest.

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