Eisborn: Steinbruch, Blaue Lagune und viel Aussicht

Die Blaue Lagune bei Eisborn ist ein beliebtes Ausflugsziel und Zwischenstation mehrerer schöner Wanderwege im Sauerland. An einem sonnigen Frühlingstag im März besichtigten wir den See im Steinbruch Asbeck bei einer Wanderung mit Start in Eisborn, einem Ortsteil von Balve im Märkischen Kreis.
Die Tour erwies sich als überraschend abwechslungsreich: Wir genossen weite Ausblicke über die Landschaft des Sauerlands, standen an der Blauen Lagune im Steinbruch, entdeckten ein seltsames Bauwerk im Wald und trafen zum Abschluss noch einen freundlichen Mann, der mit Schubkarre und Schaufel im Wald unterwegs war. Und zum Abschluss dieses Berichts gibt es eine Übersichtskarte der Wanderung,

Blaue Lagune im Steinbruch bei Eisborn mit türkisfarbenem Wasser und weiter Aussicht
Die Blaue Lagune im Steinbruch bei Eisborn – ein überraschend farbintensiver Anblick mitten in der Landschaft.

Start der Wanderung in Eisborn

Am Startpunkt der Wanderung an der Schützenhalle in Eisborn gibt es einen Parkplatz, man kann den Ort aber auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. So fährt beispielsweise vom Bahnhof Balve der Bus 137 nach Eisborn.

Pferde auf einer Koppel bei Eisborn, Startpunkt der Wanderung zur Blauen Lagune
An dieser Pferdekoppel begann unsere Wanderung zur Blauen Lagune bei Eisborn

Von der Schützenhalle folgten wir der Wanderroute in Richtung Ortsrand, wo der Weg in einen Waldweg übergeht. Milde Temperaturen und Sonnenschein begleiteten uns, am Wegesrand zeigten sich die ersten Blüten – und sogar ein Baum schien uns anzulächeln. Der Frühling hatte eindeutig Einzug gehalten und sorgte für einen perfekten Auftakt dieser Tour.

Schneeglöckchen am Waldrand bei Eisborn als Zeichen des Frühlings
Die ersten Schneeglöckchen am Wegesrand – ein sicheres Zeichen, dass der Frühling begonnen hat.
Baum mit aufgesetztem Gesicht am Wanderweg bei Eisborn
Ein kurioses Detail am Wegesrand: Ein Baum mit Gesicht entlang des Wanderwegs bei Eisborn.

Typisch Sauerland: Ruhe und weite Aussichten

Solche Aussichten sind einer der Gründe, warum ich das Sauerland so mag.

Weite Felder und Hügel im Sauerland bei Eisborn
Sanfte Hügel und weite Felder

Sanfte Hügel, weite Felder und kleine Waldstücke wechseln sich ab, dazwischen immer wieder einzelne Höfe oder schmale Wege, die sich durch die Landschaft ziehen. Gerade an klaren Tagen wirkt die Region offen, ruhig und entschleunigend – perfekt für eine Wanderung abseits vom Trubel.

Blick ins Tal im Sauerland mit Feldern, Wäldern und Windrädern
Typisch Sauerland: offene Landschaft mit weitem Blick bis zum Horizont.
Weite Felder und Hügel im Sauerland
Weite Felder und bewaldete Höhenzüge
Weite Aussicht über die hügelige Landschaft des Sauerlands bei Eisborn
Weite und Ruhe prägen die Landschaft rund um Eisborn.

Mit jedem zurückgelegten Kilometer kamen wir dem Highlight dieser Wanderung näher. Von den weiten Landschaften führte uns der Weg zunächst in ein bewaldetes Gebiet und dann zum Höhepunkt der Tour.

Die blaue Lagune im Steinbruch Asbeck

Sonnenreflexionen auf dem türkisfarbenen Wasser der Blauen Lagune im Steinbruch Asbeck
Lichtreflexionen auf der Wasseroberfläche der Blauen Lagune im Steinbruch Asbeck

Schon der erste Blick auf die Blaue Lagune wirkt überraschend. Je nach Lichteinfall schillert das Wasser von Türkis bis dunklem Blau, während sich das Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche spiegelt. Der Kontrast zwischen dem ruhigen See und den steilen Abbauwänden des Steinbruchs verleiht diesem Ort eine ganz besondere Atmosphäre.

Blaue Lagune im Steinbruch Asbeck mit türkisfarbenem See und Gesteinsstufen
Blick auf die Blaue Lagune im Steinbruch Asbeck
Gesteinsstufen und Abbauflächen im Steinbruch Asbeck oberhalb der Blauen Lagune
Die terrassierten Abbauflächen des Steinbruchs

Im Steinbruch Asbeck wird Kalk abgebaut. Das Wasser der Blauen Lagune wird im nahegelegenen Kalkwerk Hönnetal zum Waschen des Gesteins genutzt und anschließend wieder in den See zurückgeleitet. Dabei setzen sich feine Sedimente am Grund ab, sodass der See nach und nach verlandet. Schätzungen zufolge wird die Blaue Lagune etwa um das Jahr 2050 verschwunden sein – und Platz für neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen.

Blick auf die Blaue Lagune im Steinbruch Asbeck bei Eisborn mit umliegender Landschaft

Von hier oben lässt sich gut erkennen, wie stark der Steinbruch die Landschaft geprägt hat. Gleichzeitig wirkt die Blaue Lagune ruhig und fast friedlich. Ein starker Kontrast zwischen industrieller Nutzung und natürlicher Umgebung. Ein beeindruckender Ort, der sich mit der Zeit aber wieder verändern wird.

Das seltsame Bauwerk im Wald

Überlaufbauwerk eines alten Wasserwerks im Wald bei Eisborn

Noch bevor wir den Steinbruch erreichten, führte der Weg durch ein Waldstück. Am Rand des Weges standen Hinweisschilder, die davor warnten, den Weg zu verlassen – abseits bestehe Lebensgefahr. Zwischen Bäumen und Gestrüpp waren zudem Überreste alter Mauern und kleiner Bauwerke zu erkennen. Und dann stand da dieser Betonklotz am Wegesrand, der zusammen mit den Warnschildern und den Ruinen im Wald unsere Fantasie beflügelte. Wir kamen auf allerhand Gedanken, was es mit diesem Bauwerk wohl auf sich haben könnte.

Die Auflösung fand ich später bei einer Internetrecherche – und sie ist deutlich weniger spannend als unsere Vorstellungen: Es handelt sich um den Überlauf eines alten Wasserwerks, das hier einst betrieben wurde.

Überlaufbauwerk eines alten Wasserwerks im Wald bei Eisborn
Überlaufbauwerk eines alten Wasserwerks im Wald bei Eisborn

Und dann war da noch der Mann mit Schubkarre und Schaufel

Nach dem Steinbruch führte der Weg weiter durch einen besonders schönen Waldabschnitt. Kurz vor der Straße zeigte sich der Frühling hier noch einmal von seiner besten Seite: Überall wuchsen Schneeglöckchen und Märzenbecher – das Foto zeigt nur einen kleinen Ausschnitt dieser Blütenpracht.

An dieser Stelle begegneten wir einem freundlichen Mann, der mit Schubkarre und Schaufel unterwegs war und uns die Geschichte hinter den Blumen erzählte. Ursprünglich hatte er einige Schneeglöckchen aus seinem Garten hier ausgesetzt. Jedes Frühjahr nimmt er sich ein paar davon wieder mit nach Hause. Sind sie dort verblüht, bringt er sie zurück in den Wald, wo sie sich weiter vermehren.

Schneeglöckchen und Märzenbecher im Wald als Zeichen des frühen Frühlings

Mit dieser kleinen, persönlichen Geschichte endet unsere Wanderung.


Eine Übersicht der Wanderung gibt es bei Komoot. Wenn die Karte hier nicht angezeigt wird, klicke auf „Inhalt laden“.

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14 Gedanken zu „Eisborn: Steinbruch, Blaue Lagune und viel Aussicht“

    1. Gerade im Herbst ist das Sauerland besonders schön. Die Gegend um Eisborn ist sehr empfehlenswert, von dort aus haben wir schon mehrere Wanderungen unternommen – dazu kommen noch Berichte.

  1. Eine schöne Wanderung mit interessanten Blicken. Die Lagune hat eine besondere, schöne Farbe. Bei dem Baumgesicht musste ich schmunzeln, das sind Kleinigkeiten die den Alltag fröhlicher machen. Danke für’s zeigen.
    Viele Grüße, Brigitte

  2. Hallo Richard, für viele ist wohl ein Steinbruch nichts besonderes. Für uns aber schon, da hat es viele tolle Motive. Da muss man wohl sehr aufpassen dass man den Weg nicht verlässt. und manchmal ist es für Fotografen schwer einen Weg nicht zu verlassen wenn man gerade ein Motiv sieht. Ich hab auch schon mal den Weg verlassen und bin unter einer Absperrung durch weil ich einen Fliegenpilz gesehen habe. Es war aber nur gerade etwa 1 Meter hinter der Absperrung und da schiessen die ja bestimmt nicht wenn daneben gleich der Weg ist. Sehr schöne Bilder hast Du von Deiner Tour mitgebracht. Lieber Gruss Claudia

  3. Pingback: Runde von Wickede (Ruhr): Wald, ein Flugplatz und ein Schloss - Richards Fotoseite

  4. Hallo Richard,
    das sind tolle Bilder und auch die Beschreibung ist toll.
    Das muss ein sehr schöner Ort sein und da kann man sich wirklich verweilen.
    Der Frühling zeigt sich ja auch schon sehr schön mit den ersten Schneeglöckchen. Der baum mit dem Gesicht ist cool.
    Dieser Steinbruch ist wirklich sehr interessant.
    Lieber Gruss Claudia

  5. Das Wasser hat ja wirklich eine faszinierend deutliche Färbung. Wenn man nur das erste Bild von einiger Entfernung ansieht könnte man tatsächlich an eine Kiesgrube denken. Aber da sind die Dimensionen und die Ursachen doch andere.

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